Sauberes Leitungswasser: Wann und wie Sie Ihr Trinkwasser testen lassen sollten

Leitungswasser

Leitungswasser ist in vielen Regionen ein streng kontrolliertes Lebensmittel und gilt als sicher. Dennoch können Faktoren wie alte Leitungen im eigenen Haus, unsachgemäge Installationen oder lokale Umwelteinflüsse die Qualität des Wassers beeinträchtigen. 

Unsichtbare Verunreinigungen wie Schwermetalle, Bakterien oder Pestizide können die Gesundheit gefährden. Wenn Sie Bedenken bezüglich der Qualität Ihres Trinkwassers haben oder einfach nur auf Nummer sicher gehen möchten, ist es ratsam, Ihr Leitungswasser untersuchen zu lassen. 

Dieser Artikel gibt Ihnen praktische Tipps, wann und wie Sie vorgehen sollten, um die Reinheit Ihres Wassers zu gewährleisten.

1. Wann ist ein Wassertest sinnvoll?

Es gibt verschiedene Situationen, die eine Untersuchung Ihres Trinkwassers ratsam machen: Wenn Ihr Haus vor den 1970er Jahren gebaut wurde, könnten noch Bleirohre verlegt sein. 

Auch Kupferrohre können bei bestimmten Wasserzusammensetzungen problematisch sein. Wenn Ihr Wasser ungewöhnlich schmeckt, riecht, verfärbt ist oder sichtbare Partikel enthält. 

Bei ungeklärten Magen-Darm-Beschwerden oder wenn Kleinkinder und Schwangere im Haushalt leben, da diese besonders empfindlich auf Verunreinigungen reagieren. 

Wenn Sie Wasser aus einem privaten Brunnen nutzen, ist eine regelmäßige Prüfung unerlässlich, da es nicht den öffentlichen Kontrollen unterliegt. Nach Bau- oder Sanierungsarbeiten können Rückstände oder Keime ins System gelangen.

2. Was sollte untersucht werden?

Bevor Sie Ihr leitungswasser untersuchen lassen, sollten Sie überlegen, welche Parameter für Sie relevant sind. Standardtests umfassen oft: Schwermetalle wie Blei, Kupfer, Nickel (besonders bei alten Leitungen oder neuen Armaturen). 

Mikrobiologische Parameter wie E. coli und Kolibakterien, die auf fäkale Verunreinigungen hindeuten können. Nitrat/Nitrit, relevant in landwirtschaftlich genutzten Gebieten. 

Pestizide, ebenfalls ein Thema in ländlichen Regionen. Und die Wasserhärte, wichtig für Haushaltsgeräte und den Geschmack. Ein seriöses Labor kann Sie beraten, welche Parameter für Ihre spezifische Situation am wichtigsten sind.

3. Wo kann man das Wasser testen lassen?

Für eine zuverlässige Analyse sollten Sie sich an anerkannte Labore wenden. Dazu gehören: Akkreditierte Labore, suchen Sie nach Laboren, die auf Wasseranalysen spezialisiert und nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert sind. 

Einige Gesundheitsämter bieten selbst Wassertests an oder können entsprechende Labore empfehlen. Viele Online-Anbieter kooperieren mit Laboren und stellen Test-Kits für die Probenentnahme bereit. Achten Sie hier auf die Seriosität und Zertifizierung der Partnerlabore. 

Vermeiden Sie unseriöse “Schnelltests” von Haustürverkäufern, die oft ungenau sind und zu überteuerten Angeboten für Wasserfilter führen sollen.

4. Die korrekte Probenentnahme

Die Genauigkeit des Testergebnisses hängt maßgeblich von der korrekten Probenentnahme ab. Befolgen Sie unbedingt die Anweisungen des Labors oder des Test-Kits: Reinigen Sie den Wasserhahn vor der Entnahme gründlich. 

Verwenden Sie ausschließlich die vom Labor bereitgestellten sterilen Probeflaschen. Nehmen Sie die Probe in der Regel direkt am Wasserhahn ab, der am häufigsten für Trinkwasser genutzt wird (z.B. in der Küche). 

Oft wird empfohlen, das Wasser eine Weile laufen zu lassen, bevor die Probe entnommen wird, um “Stagnationswasser” aus den Leitungen zu spülen. Für Bleitests kann aber auch eine “erste Zapfung” nach längerer Standzeit wichtig sein. 

Eine unsachgemäße Probenentnahme kann zu verfälschten Ergebnissen führen, wodurch die ganze Aktion sinnlos wird.

5. Interpretation der Ergebnisse und Konsequenzen

Nachdem Sie Ihr Leitungswasser untersuchen lassen haben, erhalten Sie einen detaillierten Bericht. Vergleichen Sie die ermittelten Werte mit den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung. 

Bei Abweichungen oder Bedenken sollten Sie das Labor um eine Erklärung bitten. Je nach Ergebnis können folgende Schritte notwendig sein: Keine Maßnahmen, wenn alles in Ordnung ist. 

Bei erhöhten Werten die Ursachenforschung betreiben und die Quelle der Verunreinigung suchen (z.B. alte Rohre, defekte Armatur). Ggf. Maßnahmen ergreifen wie den Austausch von Leitungen, die Installation eines geeigneten Filtersystems oder andere bauliche Anpassungen.